Die Landschaft um Kraiburg wurde durch Eiszeitgletscher und Gesteinsablagerungen des Inns geprägt. Vorgeschichtliche Funde weisen zurück bis in die Bronzezeit
(1800 v. Chr.).
Die Kraiburger Geschichte beginnt Anfang des 12. Jahrhunderts. Wo heute die Schlossberg-kapelle steht, befand sich früher eine Burg. Von ihr regierte das Adelsgeschlecht der Spanheimer v. Kärnten. Es handelte sich um ein sehr bedeutendes Haus, da aus ihm drei kaiserliche Stadthalter hervorgingen. Im Jahr 1259 endete ihre Herrschaft, da sie alle ihre Güter und Ländereien an die Wittelsbacher Herzöge verkauften. Von
nun an gehörte Kraiburg zum Teilherzogtum Niederbayern.
Nachdem in Kraiburg ein Jahr Krieg und Feuer tobte, erhielt es 1385 das Marktrecht. Es wurde für zehn Jahre von den außergewöhnlichen Steuern befreit und bekam zwei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt verliehen.
Als Marktgemeinde hatte Kraiburg eine eigene Verfassung mit niedriger Gerichtsbarkeit für kleinere Straftaten. Ebenso hatte Kraiburg von nun an einen Sitz sowie eine Stimme im niederbayerischen Landtag und später, nach der Wiedervereinigung der Herzogtümer Nieder- und Oberbayern 1505, auch im gesamtbayerischen Landtag. Außerdem war die Burg bis 1803 Sitz des Kraiburger Landgerichts.
Aufgrund günstiger Voraussetzungen entwickelte sich die Marktgemeinde zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Umlands. Verschiedene Waren- und Getreidemärkte, Viehmärkte und die bedeutenden Pferdemärkte, sowie die große Handwerkerschaft sorgten für wirtschaftlichen Wohlstand. Auch im überregionalen Innhandel spielte Kraiburg eine große Rolle.
Das Wahrzeichen von Kraiburg ist die Schlossbergkapelle. Diese steht heute an der Stelle, wo früher die Burg stand. Sie wurde 1756 an eine Privatperson verkauft und dann abgetragen.
Der Schiffsmeister Riedl erbaute 1838 eine neue Gelöbniskapelle als Dank für seine Rettung: Ein mit 1000 Scheffel Getreide beladender Schiffzug drohte wegen eines gerissenen Seils an einem Brückenjoch zu zerschellen. Ein weiteres Wahrzeichen ist die neuromanische Marktpfarrkirche.
Für die im Inn-Salzach Baustil errichteten Bürgerhäuser sind die Erker und die Laubengänge charakteristisch.
Durch dieses historische Flair bietet der Markt Kraiburg und seine Umgebung auch für Urlauber reichlich Möglichkeiten zur Erholung.
Auch Kunst- und Kulturliebhaber werden bei dem reichhaltigen Angebot das Richtige für sich entdecken.
Heute leben ca. 4100 Einwohner im Markt.
1935 wurde die Gemeinde Maximilian eingemeindet. Durch die Gebietsreform 1972 wurde ebenfalls die Gemeinde Guttenburg dem Markt Kraiburg angeschlossen. Seit 1978 bildet die Marktgemeinde eine Verwaltungsgemeinschaft mit Jettenbach und Taufkirchen.
Literaturhinweis:
Broschüre “Markt Kraiburg a. Inn, Die Geschichte Kraiburgs”
